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Schnee in Hessen - wo ist der Winter?

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Einleitung

Tage mit Frost und Schnee sind im Winter selbst in Hessens Höhenlagen selten geworden. Die Durchschnittstemperatur im hessischen Winter ist seit Ende des 19. Jahrhunderts um rund eineinhalb Grad Celsius gestiegen. Das reicht, damit ein Großteil des Niederschlags in den Mittelgebirgen nicht als Schnee, sondern als Regen fällt.
 

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Vom Willinger Upland ganz im Nordwesten bis zum Odenwald im Süden - Hessen bietet viele Möglichkeiten, um sich im Winter sportlich zu vergnügen. Vorausgesetzt, es liegt genug Schnee. Doch der macht sich rar. Weil es wärmer wird und die Hochlagen der hessischen Mittelgebirge für längere Frostperioden nicht hoch genug sind. Die Wasserkuppe in der Rhön ganz im Osten ist mit 950 Meter über Meereshöhe Hessens höchster Gipfel.
 
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Vogelsberg

Bleibt der Schnee weitgehend aus, sind Hessens Skilifte ein Zuschussgeschäft. Immer häufiger sieht es an den Skipisten im Winter so aus wie hier am Hoherodskopf im Vogelsberg. In größeren Skigebieten, etwa in Willingen, wird mit Kunstschnee nachgeholfen. Doch an vielen Wintertagen ist es zu warm, um die Schneekanonen anwerfen zu können.
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Jürgen Carnier, Gastronom in der Taufsteinhütte

"Man würde wirklich denken, man wäre in den Alpen!"

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Jürgen Carnier ist Chef der Taufsteinhütte im Vogelsberg. Der Gastronom kann sich das ganze Jahr über auf Ausflügler und Stammgäste verlassen. Sein Restaurant wird gelobt, die originellen Weinfaß-Unterkünfte werden gut gebucht. Doch im Winter kommen die meisten Gäste, um das Langlauf-Revier vor der Tür zu erkunden, oder zum Skifahren am nahen Hoherodskopf. Wenn Schnee liegt.

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Willingen

Hessens größtes Skigebiet hat in Schneekanonen investiert, damit auf den Pisten an möglichst vielen Wintertagen Betrieb herrscht. Doch wenn's zu mild ist, kann kein Kunstschnee produziert werden. Für Willingen kann das zum echten Dilemma werden. Denn der Ski-Tourismus ist im Upland, dem hessischen Teil des Hochsauerlandes, ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.
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Wolfgang Schlüter, Schanzenchef in Willingen

ist zuversichtlich: Mit der Schneekanone reicht's.

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Wolfgang Schlüter ist Schanzenchef der Willinger Mühlenkopfschanze. Dort trifft sich Anfang Februar die Weltelite der Skispringer. Wenn es kalt genug ist, wird für den Weltcup frühzeitig Kunstschnee produziert. Reicht das nicht und das Wetter spielt nicht mit, muss Schnee gekauft werden - etwa aus der Skihalle in Neuss. Und das ist teuer. 

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Siegfried "Siggi" von der Heide, Gastronom

macht sich Sorgen über den Klimawandel

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Seit 40 Jahren betreibt Siegfried von der Heide "Siggis Hütte" auf dem Willinger Ettelsberg. Der Wirt, den alle nur Siggi nennen, ist eine lokale Berühmtheit. Die künstliche Beschneiung garantiert ihm das Saisongeschäft. Noch. Die vielen milden Winter im Upland haben auch Siggi von der Heide nachdenklich gemacht.

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Tim Staeger, hr-Meteorologe

kann belegen: Der Klimawandel ist auch in Hessen messbar.

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Für den hr-Meteorologen Tim Staeger besteht kein Zweifel, dass der Klimawandel auch in Hessens Mittelgebirgen spürbar ist. Das hat wirtschaftliche Folgen, weil Wintersport dort immer seltener möglich ist. Aber auch die Auswirkungen auf Tier- und Pflanzenwelt sind Staeger zufolge gravierend.

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Taunus

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entdeckten die Deutschen die Freuden des Wintersports - auch im Taunus, wie das Foto aus dem Jahr 1926 zeigt. Selbst Auguste Viktoria, die Ehefrau von Kaiser Wilhelm II, sauste einst am Großen Feldberg zu Tal. Standesgemäß in einem besonders prachtvollen Schlitten. Am höchsten Berg im Taunus wurden Rodelwettbewerbe und Skirennen ausgetragen. Auf dem Feldberg-Plateau gab es Anfang der 30er Jahre außerdem eine Skisprungschanze und eine Eisbahn.

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Solche Verhältnisse sind selten geworden auf dem höchsten Berg im Taunus. Mitte Januar hat es auf dem Feldberg gestürmt und geschneit. Wind und Nebel konnten Familien mit Kindern nicht davon abhalten, den Wintertag auszukosten. Wer weiß schon, wann es wieder für eine Schneeballschlacht oder eine Schlittenfahrt reicht.
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Sascha Nöll, Liftbetreiber im Taunus

"Vor 10 Jahren hatten wir noch bis 50 Tage Liftbetrieb."

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Schon als kleines Kind hat Sascha Nöll im heimischen Taunus die Ski angeschnallt. Sein Großvater hat den Lift im Schmittener Ortsteil Treisberg einst gebaut. Heute betreibt ihn Sascha Nöll zusammen mit seinem Bruder und dem Wintersportclub Bad Camberg. Geld lässt sich mit der Anlage nicht verdienen. Die Nölls wollen trotzdem weitermachen. Warum? Weil's Spaß macht.

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Kassel

Kassels Hausberg ist eine Besonderheit: ein Skihang auf dem Gebiet einer Großstadt. Das nutzen viele Bewohner gern. Aber die Abfahrt liegt nicht hoch genug, um im Winter auf mehr als ein paar weiße Tage hoffen zu dürfen. Schlechte Voraussetzungen, um den Lift am Hohen Gras wenigstens kostendeckend betreiben zu können.
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Eduard Bröffel, Liftbetreiber

"In den 50ern lag hier Schnee, meterhoch!"

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Mehr als 20 Jahre lang haben Eduard Bröffel und seine Frau den Schlepplift im Naturpark Habichtswald betrieben. Der Lift habe nur eine Zukunft, wenn er auch auch ohne Schnee von Nutzen sei, sagt der 79-Jährige. Zum Beispiel für Mountainbiker. Das Ehepaar Bröffel will sich die Arbeit am Hohen Gras nicht länger antun. Aus Altersgründen. Nun wird ein neuer Betreiber gesucht.

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Odenwald

Hessens südlichster Skihang mit Lift befindet sich in Beerfelden. Auch dort kann es mal kräftig schneien, wie das Bild aus Beerfelden vom Jahreswechsel 2000/2001 zeigt. Aber das kommt immer seltener vor. In diesem Winter ist der Lift an der Buchhelle-Abfahrt schon gelaufen - aber nicht für Skifahrer, sondern für Mountainbiker. Es geht dort lediglich auf 520 Höhenmeter hinauf.
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hessenschau 1987

"Eigentlich hat sich seit 1963 nichts geändert."

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Das sah auch hier mal anders aus. Ein Hang, zwei Bretter und eine vernünftige Schneeauflage: Mehr brauchtr es vor ein paar Jahrzehnten nicht, um Skifahrer glücklich zu machen. Das galt 1963 auch im Kreis Erbach im Odenwald, wie die Hessenschau vor 30 Jahren mit einem Griff ins hr-Archiv dokumentiert hat.

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Rhön

Hessens höchster Berg ist im Winter noch vergleichsweise schneesicher. Das nutzen auch die tollkühnen Snowkiter. Auf den Skipisten wird zur Not mit Schneekanonen nachgeholfen. Der Betreiber der Ski-Arena in der hessischen Rhön setzt aber nicht nur auf die Wintersaison. Er hat auf der Wasserkuppe eine Sommerrodelbahn gebaut und stellt große Wasserrutschen her. Wer im Mittelgebirge Geld mit dem Schnee verdient, sollte eine Exit-Strategie haben.
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Florian Wilshusen, Forstamt Hofbieber

"Die Böden sind aufgeweicht, die Bäume haben keinen Halt"

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Florian Wilshusen, Leiter des Forstamts Hofbieber in der Rhön, beobachtet den Trend zu wärmeren Wintern mit Sorge. Stürme wie "Friederike" können im Forst auch deshalb großen Schaden anrichten, weil der aufgeweichte Waldboden den Baumwurzeln wenig Halt gibt. Harte Winter regulieren zudem den Wildbestand. Das müssen Jäger in der Rhön nun vermehrt selber tun.

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Was bringt die Zukunft?

In einigen hessischen Mittelgebirgs-Regionen muss und wird sich der Tourismus an die Folgen der Erwärmung anpassen. Schon jetzt werden Winterausflüge zum Beispiel in den Spessart oder den Taunus angeboten, bei denen es nicht um Wintersport geht, sondern darum, die Natur zu erleben. Die Region Vogelsberg positioniert sich verstärkt mit "sanftem Tourismus".
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Axel Trapp, Wildnispädagoge

"Natur ist nicht nur Wintersport-Kulisse"

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Axel Trapp bringt Menschen in Kursen und Seminaren die Natur der hessichen Mittelgebirge näher - im heimischen Spessart, aber auch im Vogelsberg und im Taunus. Einst war Trapp als Unternehmer und Gitarrist erfolgreich. Bis er von diesem Leben genug hatte. Der Winter, sagt der Leiter der Wildnisschule Wurzeltrapp, sei genauso so spannend wie die anderen Jahreszeiten - mit oder ohne Schnee.

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