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Risiko Riesling Klimawandel

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Der Rheingau, das größte Weinanbaugebiet Hessens, ist weltweit bekannt für seinen Riesling. Doch das Wahrzeichen der Region ist durch den Klimawandel bedroht. Und damit auch Winzer, die auf den Riesling setzen - wie Sandro Dahlen.
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Beim Weingut Jung-Dahlen in Eltville-Erbach steht ein Generationenwechsel an. Jungwinzer Sandro Dahlen (28) ist gerade dabei, das Weingut der Eltern zu übernehmen. Der Weinbaustudent stellt sich einer großen Herausforderung, denn das Weingut baut zu 85 Prozent Riesling an. Im Gegensatz zu seinem Vater will Sandro Dahlen das Weingut im Vollerwerb betreiben - obwohl die Zukunft des Rieslings ungewiss ist.
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Sandro Dahlen steht ganz am Anfang seiner Winzer-Laufbahn. Er hat sich für diesen Beruf entschieden, auch wenn die Bedingungen wohl schwieriger werden. Er schätzt es, im Weinbau etwas mit seinen eignen Händen zu erschaffen. "Dieser Beruf ist ein hohes Gut, der einem etwas zurückgibt", sagt er.

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In den vergangenen 30 Jahren ist die Durchschnittstemperatur während der Vegetationsperiode (von April bis Oktober) um über 1 Grad angestiegen. Damit verschieben sich die Weinanbau-Gebiete. Riesling könnte auch bis zu 300 Kilometer weiter nördlich angebaut werden, im Rheingau selbst Rebsorten, die derzeit südlicher wachsen (siehe Vorher/Nachher-Karte). Dem Riesling könnte es also in Zukunft im Rheingau zu warm werden.
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Wie sich die Bedingungen für den Rieslinganbau im Rheingau konkret verändern werden, wird an der Hochschule in Geisenheim erforscht. Die Biologin Susanne Tittmann ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Weinbau-Institut der Hochschule. Sie weiß, wieso der Klimawandel dem Riesling so zu schaffen macht.
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Gestiegene CO2-Werte, zu wenig Wasser und höhere Temperaturen schaden dem Riesling. Dass die Pflanzen sich früher entwickeln, ist nur ein Problem. Der Riesling laufe Gefahr, seine wichtigste Charaktereigenschaft zu verlieren, sagt Susanne Tittmann. 

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Vor allem heiße Sommer belasten die Beeren. Um gut zu gedeihen, brauchen sie ausreichend Sonne – aber eben nicht zu viel. Sind die Trauben einer zu hohen Sonnenstrahlung ausgesetzt bekommen sie, wie der Mensch auch, einen Sonnenbrand. Das kam im vergangenen Sommer häufig vor. Im schlimmsten Fall kann es dazu führen, dass die Beerenhaut einreißt und die Traube vertrocknet.
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Forscher der Hochschule Geisenheim versuchen dem Riesling zu helfen. Im Rahmen des FACE-Projekts (Free Air Carbon dioxide Enrichment) untersuchen Susanne Tittmann und ihre Kollegen die Auswirkungen des erhöhten CO2-Gehalts auf Anbau, Physiologie, Schädlingsbefall und Inhaltsstoffe der Weinreben. Dazu werden die Weinstöcke stetig CO2 ausgesetzt. Getestet wird an den Rebsorten Riesling und Cabernet Sauvignon.

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Eigentlich hatte der Rheingau bislang alles, was der Riesling braucht: Er mag es gerne kühl, deswegen lässt sich der Riesling in der kühlgemäßigten Klimazone so gut anbauen. Den Rheingau macht zusätzlich ein besonderer Mix so geeignet für den Rieslinganbau. Die Südhänge bescheren den Reben viel Sonne, die Lage im Regenschatten des Taunus-Gebirges gleichzeitig wenig Regen.
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Jungwinzer Sandro Dahlen hat längst begriffen, dass beim Anbau seiner Weine Veränderungen anstehen. Ob im Kleinen, in dem er zum Beispiel weniger entblättert, um die Trauben vor Sonnenbrand zu schützen, oder im Großen, beim Anbau neuer Rebsorten. Eines seiner ersten eigenen Projekte war beispielsweise ein Cuvée aus Riesling und Chardonnay. Auf die Tradition des Rieslings allein kann er sich mit seinen vier Hektar Anbaufläche nicht verlassen.
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Um als Vollerwerbsbetrieb zu bestehen, setzt Sandro Dahlen neben seiner Straußwirtschaft auch auf Veranstaltungen. Er öffnet sein Weingut für Hochzeiten und Vorlesungsreihen. Mit seinem Weinstand ist er auch auf vielen Festen, wie dem Erdbeerfest in Eltville-Erbach, vertreten. So versucht er das Risiko Riesling einzudämmen.
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Klimawandel vor der Haustür

Ein Projekt des Journalistischen Seminars der Johannes Gutenberg-Universität Mainz in Kooperation mit dem Hessischen Rundfunk.

Texte: Carolin Wollschied und Denise Thomas
Videos: Carolin Wollschied und Denise Thomas

Fotos: Marco Dahlen (1), picture alliance/imageBROKER (1), LWG Veitshöchheim (1), Carolin Wollschied und Denise Thomas

Redaktion: Sabine Kieslich, Susanne Mayer (hr), Susanne Vollstädt (hr)

Serie: Klimawandel vor der Haustür
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